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15.07.26 | Kultur Nachtleuchtaktion
Mit der LWL-Artenakademie die nachtaktiven Insekten am Heiligen Meer in Recke erkunden
Die nachtaktiven Insekten am Heiligen Meer beobachten.
Foto: LWL/Kriegs
Der LWL-Fachmann Simon Chen erläutert die Besonderheiten Insekten dieser Region. Mit etwas Glück lassen sich Mitte Juli Arten beobachten, die eng an lichte Eichensäume, Heideflächen, Magerrasen oder feuchte Gehölzbereiche gebunden sind. Gerade diese Vielfalt macht das Gebiet rund um das Heilige Meer aus fachlicher Sicht besonders wertvoll.
Zu den möglichen Beobachtungen zählen unter anderem der Weißbindenzahnspinner sowie das Große und das Kleine Eichenkarmin. Alle drei Arten gehören zu einer Artengruppe, die zum Teil an Standorten wie dem Heiligen Meer vermutlich langjährige Rückzugsorte hatten, von denen aus in den aktuell zunehmend warmen Jahren eine Ausbreitung erfolgt.
Auch typische Heide- und Magerrasenarten spielen eine wichtige Rolle. Dazu gehören der Eichenspinner und der Besenheidezünsler, der im Flachland vor allem an Sandheiden mit offenen Bodenstellen gebunden ist.
Besonders bemerkenswert ist die Weizeneule: Sie war früher in vielen Gegenden häufig, ist in Nordrhein-Westfalen seit etwa 2000 jedoch nahezu verschwunden. Am Heiligen Meer findet sie offenbar noch geeignete Lebensbedingungen. Ein weiterer auffälliger Vertreter ist der Ampfer-Purpurspanner, ein Falter, der dort teils in großer Zahl vorkommt.
Neben den Arten der trockenen Heideflächen sind auch die feuchten Gehölzbereiche von Bedeutung. In nassen Weidengebüschen kann beispielsweise der Schwarzgefleckte Raufußspinner vorkommen, eine stark gefährdete Art. Auch der Erlensichelflügler findet am Heiligen Meer geeignete Bedingungen - das Gebiet zählt zu den wenigen Orten, an denen diese Art noch in starken Vorkommen beobachtet werden kann.
Das Heilige Meer ist nicht nur landschaftlich reizvoll, sondern auch ein bedeutender Rückzugs- und Lebensraum für spezialisierte Insektenarten. Die Veranstaltung macht diese Vielfalt sichtbar und zeigt, wie wertvoll naturnahe Lebensräume für den Erhalt bedrohter Arten sind.
Es gibt jederzeit die Möglichkeit, Beobachtungen zu machen, zu bestimmen und etwa in Samrtphone-Apps wie "ObsIdentify" oder im Internet bei NRW.Observation.org hochzuladen. Es empfiehlt sich, festes Schuhwerk anzuziehen. Außerdem wäre es gut, eine Taschen- oder Stirnlampe und ein Handy mit der App ObsIdentify dabei zu haben. Wer sitzen möchte, sollte einen Klapphocker mitbringen.
Hintergrund
Die LWL-Artenakademie lädt Interessierte zu gemeinsamen Exkursionen im Großraum Münster ein.Expert:innen stellen ihre Fachgebiete vor und bieten Teilnehmenden die Möglichkeit, ihr Fachwissen auszubauen sowie direkt vor Ort Beobachtungen in der größten Naturbeobachtungsplattform Europas, bei Observation.org, oder in der Smartphone-App ObsIdentify, zu melden. Die Artenakademie findet mit Unterstützung der Stiftung der Sparda-Bank Münster statt.
Hinweis zum Wetter
Wie Menschen suchen sich auch Insekten bei Regenwetter meist einen trockenen Unterschlupf. Daher weist das LWL-Museum darauf hin, dass die Insektennacht nur bei gutem Wetter stattfinden wird.
Ort Bildungs- und Forschungszentrum Heiliges Meer des LWL-Museums für Naturkunde, Bergstraße 1, 49509 Recke
Für die Beobachtung der Insekten stehen im Rahmen der Artenakademie Leuchtstationen bereit.
Foto: LWL/Steinweg
Pressekontakt
Bianca Fialla, LWL-Museum für Naturkunde, Telefon: 0251 591-6066
LWL-Museum für Naturkunde
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Der LWL im Überblick
Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 21.000 Beschäftigten für die 8,3 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 20 Krankenhäuser, 18 Museen, zwei Besucherzentren und ist einer der größten Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 125 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.
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