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11.07.13 | Kultur Achtung Redaktionen: Freigabe ab heute, Donnerstag, 11.07.2013, 18:00 Uhr
Grandseigneur und Militär: LWL und Deutsches Historisches Institut präsentieren Nachlass von Emmanuel de Croÿ
Emmanuel Herzog von Croÿ und Marschall von Frankreich, Titelbild der Veranstaltung.
Foto: LWL/Bomholt
Im Nachlass finden sich zum Beispiel Berichte aus Croÿs Zeit als Berater des Königs: Als Robert François Damiens im März 1757 als Hochverräter und ¿Königsmörder¿ in Paris gevierteilt wurde, war Croÿ unter den Zuschauern. Er hatte zuvor als Bevollmächtigter des französischen Königs Ludwig XV. die Untersuchungen zum verhinderten Königmord geführt. Die schriftlichen Aufzeichnungen zu diesen Untersuchungen sind Teil des Nachlasses, den das LWL-Archivamt und das DHI digital erschlossen haben.
Sein breitgefächertes, ja beinahe enzyklopädisches Interesse für alles, was seine Zeit bewegte, sei es Geistes- und Naturwissenschaften, Militärwesen, Geographie, Volkswirtschaft oder Kunst, spiegelt sich in den zahlreichen Manuskripten und Dossiers seines Nachlasses wider, der bisher von der Forschung nur sehr wenig beachtet wurde. Auch wurden seine wertvollen und umfangreichen Tagebücher, die den bekannten Teil seines Nachlasses ausmachen, bisher nur zu einem Drittel veröffentlicht.
Hintergrund
Emmanuel de Croÿ starb 1784, fünf Jahre vor Ausbruch der Französischen Revolution, und so blieben ihm die gewaltigen Umwälzungen der folgenden Jahrzehnte erspart, die schließlich zur Emigration seiner Familie nach Westfalen führen sollten. Im Reichsdeputationshauptschluss von 1803 war den Croÿ als Kompensation für den Verlust ihrer rechtsrheinischen Besitzungen die westfälische Herrschaft Dülmen zugesprochen worden. Dülmen wurde so zum Stammsitz der herzoglichen Familie. In seinem Testament hatte der Herzog noch bestimmt, dass seine gesamten Nachlasspapiere zum Nutzen seiner Nachkommen stets zusammen aufbewahrt werden sollten.
Im 18. Jahrhundert lag das Croy¿sche Archiv (sowohl Familien- als auch Herrschaftsarchiv) zunächst auf Schloss Condé, dem Stammsitz der Familie. Während der Französischen Revolution wurden die Archivalien nach Tournai (im heutigen Belgien) in Sicherheit gebracht und kehrten nach den Wirren der Zeit nach Frankreich zurück, diesmal auf das Schloss Hermitage, das als einziger Sitz nicht beschlagnahmt worden war. Im 19. Jahrhundert wurden die wichtigsten Archivteile dann endgültig nach Dülmen gebracht, darunter auch der Nachlass des Emmanuel von Croÿ, der nun erstmals der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird.
Buchdeckel des Tagebuchs.
Foto: LWL/DHI
Die ersten Seiten des Tagebuchs.
Foto: LWL/DHI
Die ersten Seiten des Tagebuchs.
Foto: LWL/DHI
Die ersten Seiten des Tagebuchs.
Foto: LWL/DHI
Pressekontakt
Frank Tafertshofer, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235
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