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06.06.13 | Psychiatrie Forensische Suchtkliniken: Aufnahmezahlen drastisch gestiegen
LWL-Direktor kritisiert kaum durchschaubares Labyrinth in der Suchtkrankenhilfe
LWL-Direktor Dr. Wolfgang Kirsch
Foto: LWL
Vor rund 100 Teilnehmern einer LWL-Fachkonferenz zum Thema ¿Maßregelvollzug und Sucht¿ betonte Kirsch, dass der Aufnahmedruck ¿nicht allein durch einen Kapazitätsausbau, also mehr Behandlungsplätze¿ aufzufangen sei. Vielmehr müsse an vielen Stellen des Suchthilfesystems angesetzt werden, um ¿den Zirkel aus Sucht, Straffälligkeit und Unterbringung zu durchbrechen¿. Dazu gehöre auch eine bessere Wegweisung ¿im Labyrinth der Suchtkrankenhilfe und ihrer vielfältigen Kosten- und Maßnahmenträger, an dem selbst Fachleute mitunter verzweifeln¿, so der LWL-Direktor.
LWL-Maßregelvollzugsdezernent Tilmann Hollweg beklagte, dass der Maßregelvollzug in wachsendem Maße ausgleichen müsse, was Suchtkranken durch Leistungskürzungen zum Beispiel von Krankenkassen oder medizinischen Rehabilitationsträgern an frühzeitigen Behandlungsmöglichkeiten vorenthalten worden sei. ¿Wenn Entzugs-, Entwöhnungs- oder Wiedereingliederungsmaßnahmen immer kürzer und hürdenreicher werden, fallen immer mehr Kinder in den Brunnen¿, sagte Hollweg. Die teuren Folgen von Straffälligkeit müsse am Ende die forensische Psychiatrie mit ausbaden.
Hintergrund:
Spezialisierte Maßregelvollzugskliniken für die Behandlung und Sicherung alkohol- oder drogensüchtiger Straftäter gemäß Paragraph 64 Strafgesetzbuch (StGB) betreibt der LWL in Stemwede-Haldem/Kreis Minden-Lübbecke mit derzeit 217 Patienten sowie in Marsberg/Hochsauerlandkreis mit 132 Patienten. Weitere ¿64er¿ sind in anderen (allgemein)psychiatrischen LWL-Kliniken untergebracht.
LWL-Maßregelvollzugsdezernent Tilmann Hollweg
Foto: LWL
Pressekontakt
Karl G. Donath, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235
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Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 21.000 Beschäftigten für die 8,3 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 20 Krankenhäuser, 18 Museen, zwei Besucherzentren und ist einer der größten Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 125 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.
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