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12.10.12 | Kultur Home Movie Day in Münster - Universität und LWL präsentieren beim Internationalen Tag des Amateurfilms ¿Filmfamilien ¿ Familienfilme¿
"Wenn der Vater mit der Tochter ..." - 1976.
Foto: LWL-Medienzentrum
Seit der Popularisierung der Schmalfilmkamera ab den 1930er Jahren und bis heute ist die Familie das beliebteste Motiv in Amateurfilmen. Jede Familie ist einzigartig, aber alle Familien filmten und filmen auch heute noch ähnliche Anlässe: Weihnachten und Geburtstage, vor allem die Kinder, aber auch Alltagssituationen wie Hausarbeit oder die Wohnung. ¿Private Filmaufnahmen sind wichtige alltagshistorische Quellen; allerdings verfügen nur wenige Filmarchive über solche Bestände¿, so Prof. Dr. Markus Köster, Leiter des LWL-Medienzentrums. Das Filmarchiv des LWL-Medienzentrums ist eines von ihnen. Seit 1990 werden hier Filmschätze aus und über Westfalen gesammelt. Unter den rund 4.500 Filmen, die inzwischen archiviert sind, befinden sich auch zahlreiche Amateurfilme.
Unter dem Motto ¿Filmfamilien ¿ Familienfilme¿ haben die Kulturanthropologen unter der Leitung von Prof. Dr. Elisabeth Timm und Ragnar Kopka das in Amateurfilmen überlieferte Alltagsleben von Familien untersucht. Grundlage waren private Familienfilme aus dem Filmarchiv des LWL-Medienzentrums für Westfalen aus den Jahren 1920 bis 1980. Wie hat sich der Blick von Familien auf ihr eigenes Leben gewandelt? Wie setzte man Kinder früher im Vergleich zu heute ins Bild? Wie haben sich die Darstellung von Ehe und Partnerschaft verändert? Diesen und weiteren Fragen sind die Forscher auf den Grund gegangen.
Um Wandel und Kontinuitäten des Familienlebens aufzuspüren sucht das Lehrforschungsprojekt der Universität zusammen mit dem LWL-Medienzentrum noch weitere private Familienfilme aus den 1920er Jahren bis heute. ¿Wir interessieren uns neben klassischen Motiven wie dem Weihnachts- oder Geburtstagsfest insbesondere für Szenen aus dem gelebten Familienalltag: im Haushalt, am Esstisch, Kinder und Eltern beim Spielen, im Urlaub und anderes mehr¿, erklärt Prof. Timm.
Im Rahmen des internationalen Home Movie Day am 20. Oktober 2012 stellen die Studierenden von 11 bis 14 Uhr im LWL-Medienzentrum ausgewählte Filmausschnitte und erste Forschungsergebnisse vor. Gleichzeitig können an diesem Tag Interessierte eigene, gefundene oder geerbte Filme zur Sichtung oder Archivierung im Filmarchiv des LWL-Medienzentrums mitbringen.
Hintergrund
Der internationale Tag des Amateurfilms wurde 2003 erstmals veranstaltet. Er ging hervor aus einer Initiative von Filmarchiven und Amateurschaffenden. Der Home Movie Day schafft Bewusstsein für den Wert privater Filmaufnahmen als historische Quelle. Dabei geht es sowohl um Fragestellungen der Alltags- und Mediengeschichte als auch um konservatorische Beratung und Sicherung sowie Archivierung dieser einzigartigen Überlieferungen.
Home Movie Day in Münster
Zeit: Samstag, 20. Oktober, 11 bis 14 Uhr
Ort: LWL-Medienzentrum für Westfalen, Fürstenbergstr. 14, 48147 Münster
Eingang: vom LWL-Parkplatz an der Karlstraße über den Innenhof
Programmpunkte:
- Screening: private Familienfilme aus dem Bestand des Filmarchivs als Quellen der Alltagsgeschichte
- Führung durch das Filmarchiv
- Fachberatung zu mitgebrachten privaten Filmen (Schmalfilm- und Videoformate)
Weitere Informationen unter: http://www.homemovieday.com/locations.html
Kontakt Filmarchiv:
Bild-, Film- und Tonarchiv des LWL-Medienzentrums für Westfalen
Telefon: 0251¿591 3902
Telefax: 0251¿591 3982
E-Mail: medienzentrum@lwl.org
"Zu Tisch...!" - 1935
Foto: LWL-Medeinzentrum/Schirrmann
"Alle Jahre wieder ...!" - 1938
Foto: LWL-Medienzentrum/Böckenhoff
"Das bisschen Haushalt ...!" 1939
Foto: LWL-Medienzentrum/Böckenhoff
Pressekontakt
Markus Fischer, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235
Der LWL im Überblick
Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 21.000 Beschäftigten für die 8,3 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 20 Krankenhäuser, 18 Museen, zwei Besucherzentren und ist einer der größten Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 125 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.
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