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03.09.12 | Kultur Kosmetik für die Wale
Französische Modellbauer geben Walmodellen für LWL-Ausstellung den letzten Schliff
Für den Feinschliff an den sechs Walmodellen kam das Team der französischen Modellbaufirma Atelier Pennancac'h ein zweites Mal nach Münster. Für den perfekten Augenaufschlag werden hier die letzten Stellen am Modell des Nordkapers bemalt.
Foto: LWL/Oblonczyk
Das vier Meter hohe Kopfmodell eines aus dem Wasser springenden Buckelwals benötigte besondere Aufmerksamkeit: Bei der Anlieferung im Frühjahr passte eine Hälfte des zweiteiligen Exponates nicht durch die Tür des Ausstellungssaals. Nach mehreren Dreh- und Wendeversuchten, sägten die Modellbauer in Stück im Bereich des rechten Auges ab. ¿Es war so, als würde man versuchen, ein Kamel durch ein Nadelöhr zu zwängen¿, erinnert sich Gilles Pennaneac¿h, der Leiter des Atelierteams. Die fehlende Ecke klebten sie nun wieder an und übermalten mit einem feinen Pinsel die Schnittstellen. Außerdem kontrollierten und verstärkten sie die dünnen Klebenähte zwischen den zwei Hälften, damit das Modell bis zum Ausstellungsende, am 3. November 2013, überdauern kann.
Die lebensgroßen Objekte eines Nordkarpers (Eubalaena glacialis) , eines Schwertwals (Orcinus orca), eines Buckelwals (Megaptera novaeangliae) , eines Amazonasdelfins (Inia geoffrensis) , eines Narwals (Monodon monocerus) und eines Belugas (Delphinapterus leucas) wurden eigens für die Sonderausstellung angefertigt und sind dadurch deutschlandweit einzigartig. Die sechs Exponate werden in der Ausstellung nicht nur eingesetzt, um den Besuchern die eindrucksvolle Größe der Meerestiere zu verdeutlichen, sondern auch, um ihnen die unterschiedlichen Lebensweisen der Wale näher zu bringen.
Um die typische Ernährung eines Bartenwals darzustellen rührten die Modellbauer für das 2,6 Meter hohe Kopfmodell des Nordkapers eine Mischung aus durchsichtigem Klebestoff und kleinen Futter-krebsen aus dem Zoogeschäft an. Diese Masse verteilten sie in dem offenen Maul. ¿Wir sind sehr froh über die außerordentliche Qualität und Detailgenauigkeit in der Verarbeitung. Die Wal-Modelle wirken dadurch sehr realistisch¿, sagt Ausstellungsmacherin Judith Becker.
Hintergrund zur Ausstellung:
Die Sonderausstellung "Wale - Riesen der Meere", wird vom 21. September 2012 bis zum 3. November 2013 im LWL-Museum für Naturkunde Münster zu sehen sein. Auf rund 1.700 Quadratmetern werden Lebensraum der Wale, Evolution, Anatomie, Lebensweise und Fortpflanzung sowie Walfang und Schutz thematisiert. Die Schau bietet deutschlandweit die größte Themenvielfalt zu diesen Meeressäugern. Imposante Skelette, lebensechte Tiermodelle und Organnachbildungen bringen den Besuchern die Biologie der sanften Riesen näher. National Geographic Deutschland ist Medienpartner der Ausstellung.
Der französische Modellbauer setzte erst das fehlende Auge bei dem Buckelwal ein. Anschließend fixierte er die im Mai rausgesägte Ecke.
Foto: LWL/Oblonczyk
Der Nordkaper ernährt sich in der freien Natur von kleinen Krebsen. Diese Verhaltensweise wird auch am Modell mit einer Masse aus durchsichtigem Klebstoff und Krebstieren dargestellt.
Foto: LWL/Oblonczyk
Mit Pinsel und Staubsauger werden die feinen Details der Modelle gereinigt.
Foto: LWL/Oblonczyk
Pressekontakt
Verena Rösler, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235 und Bianca Fialla, LWL-Museum für Naturkunde, Telefon: 0251 591-6066
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Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 21.000 Beschäftigten für die 8,3 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 20 Krankenhäuser, 18 Museen, zwei Besucherzentren und ist einer der größten Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 125 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.
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