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01.08.12 | Kultur Das größte Kaliber der Stadt
Ausstellungsmacher benötigt Waffenbesitzkarte für Walfangkanone
Diese Kanone wurde für den kommerziellen Wal-fang eingesetzt. Die drei Ausstellungsmacher (v.l.) Dr. Thorsten Pickel, Judith Becker und Dr. Jan Ole Kriegs, zeigen das Geschoss im Bereich Walfang in ihrer Ausstellung.
Foto: LWL/Oblonczyk
Um das Geschoss aus den Niederlanden überführen zu dürfen, musste der Ausstellungsmacher und wissenschaftlicher Kurator Dr. Jan Ole Kriegs eine Waffenbesitzkarte bei den Behörden beantragen. ¿Obwohl die Kanone nicht mehr einsatzfähig ist, fällt sie immer noch unter das Waffenrecht¿, erklärt Kriegs. Der Harpunenkopf ist knapp einen halben Meter lang. Beim Walfang führt die explosive Spitze den getroffenen Tieren schwere Verletzungen zu. ¿Nicht umsonst erinnert das rund drei Meter lange Geschoss an eine militärische Waffe, denn sie wurde von einer Rüstungsfirma gebaut¿, so Kriegs. Bei der Überführung waren das Münsteraner Polizeipräsidium, das Landeskriminalamt NRW, der Zoll und die niederländische Polizeibehörde involviert. ¿Ich hätte es nie für möglich gehalten, einmal Inhaber einer Waffenbesitzkarte zu werden¿, sagt der Wissenschaftler und ehemalige Zivildienstleistende.
Neben dem kommerziellen Walfang wird die Ausstellung sich auch mit traditionellen Formen des Walfangs befassen. Dazu gehören Rekonstruktionen steinzeitlicher Harpunen. Mit diesen einfachen Mitteln jagten die Menschen die Wale für den Eigenbedarf.
¿Die Jäger nutzten alles von dem Tier: Fleisch, Fett und Knochenmark dienten als Nahrung. Sehnen wurden als Schnüre verwendet, und aus den Knochen wurden Werkzeuge und Schmuck geschnitzt", erklärt Kriegs. Die beiden 2,7 und 2,9 Meter langen steinzeitlichen Harpunen wurden auf Grundlage archäologischer Befunde aus Originalmaterialien (für die Spitze wurden Knochen, Feuerstein und zum Verkleben Birkenpech verwendet) aufwendig rekonstruiert. Sie verdeutlichen eine schon zur Steinzeit raffinierte Technik zum Erlegen großer Wale.
Hintergrund zur Ausstellung:
Die Sonderausstellung ¿Wale ¿ Riesen der Meere¿, wird vom 21. September 2012 bis zum 3. November 2013 im LWL-Museum für Naturkunde Münster zu sehen sein. Auf rund 1.700 Quadratmetern werden Lebensraum der Wale, Evolution, Anatomie, Lebensweise und Fortpflanzung sowie Walfang und Schutz thematisiert. Die Schau bietet deutschlandweit die größte Themenvielfalt zu diesen Meeressäugern. Imposante Skelette, lebensechte Tiermodelle und Organnachbildungen bringen den Besuchern die Biologie der sanften Riesen näher. NATIONAL GEOGRAPHIC DEUTSCHLAND ist Medienpartner der Ausstellung.
Bei der Jagd auf die Wale ist der Harpunenkopf explosiv.
Foto: LWL/Oblonczyk
Die steinzeitlichen Harpunen aus Knochen und Holz zeigen in der Ausstellung, wie die Menschen früher auf Walfang gingen.
Foto: LWL/Oblonczyk
Pressekontakt
Verena Rösler, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235 und Bianca Fialla, LWL-Museum für Naturkunde, Telefon: 0251 591-6066
LWL-Museum für Naturkunde
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