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10.05.12 | Kultur Eine neue Klimakammer für die Filmschätze Westfalens
Westfälisches Wirtschaftsarchiv aus Dortmund lagert seine Filmbestände beim LWL ein
LWL-Kulturdezernentin Dr. Barbara Rüschoff-Thale (2.v.l.) übergab die Kühlkammer ihrer Bestimmung. Dr. Karl-Peter Ellerbrock, der Leiter des Westfälischen Wirtschaftsarchivs (4.v.l.) brachte den kompletten Filmbestand seines Archivs. Mit ihnen freuen sich Prof. Dr. Markus Köster, Leiter des LWL-Medienzentrums (r.), und seine Mitarbeiter Dr. Volker Jakob (3.v.l.) und Dr. Ralf Springer (l.).
Foto: LWL/Sobke
Die 4500 Filmdosen und Filmdöschen, die in den vergangenen Jahren im Kühlmagazin des Filmarchivs im LWL-Medienzentrum zusammengetragen worden sind, stammen aus kommunalen Archiven, von Heimatvereinen, Verbänden und von Privatpersonen. ¿Es ist Aufgabe des LWL, dort tätig zu werden, wo die einzelnen Städte und Kreise an ihre Grenzen stoßen¿, sagte Rüschoff-Thale. ¿Indem der LWL die Filmschätze der Region sichert und erschließt, leistet er praktische Hilfe für Archive, Museen und Vereine in ganz Westfalen-Lippe. Denn viele von ihnen verfügen nicht über die notwendigen Räume, um historische Medien sachgerecht lagern zu können - von der technischen Ausstattung und dem speziellen Fachwissen, die zur schonenden Sichtung und Bearbeitung von betagten Filmen notwendig sind, ganz abgesehen. Schließlich handelt es sich häufig um Unikate, die bei unsachgemäßer Behandlung unweigerlich verloren sind.¿
Sachgerechte Lagerung heißt bei Filmen vor allem kühl und trocken: Bei 12 Grad Celsius und 40 Prozent relativer Luftfeuchte können schwarz-weiße Azetatfilme 100 Jahre und mehr überdauern. ¿Mit der Erweiterung der Archivkammern ist gewährleistet, dass die westfälischen Filmschätze aus öffentlicher und privater Hand auch künftig optimale Lagerbedingungen finden werden¿, sagte Rüschoff-Thale. Dr. Karl-Peter Ellerbrock, der Leiter des in Dortmund beheimateten Westfälischen Wirtschaftsarchivs, zeigte sich beeindruckt: ¿Das ist wirkliche eine professionelle Lösung, und ich freue mich, dass unsere Filme jetzt hier ein Endlager finden, das allen konservatorischen Ansprüchen genügt. Der Landschaftsverband ist und bleibt ein unverzichtbarer Partner für uns in Westfalen.¿ Das LWL-Medienzentrum und das Westfälische Wirtschaftsarchiv werden die wertvollen Bestände in einem Kooperationsprojekt gemeinsam erschließen.
Das Angebot der kostenlosen Einlagerung hat sich mittlerweile in Westfalen-Lippe herumgesprochen, so dass inzwischen jährliche Zuwachsraten von einigen hundert Filmen zu verzeichnen sind. Bereits 2007 war absehbar, dass die vorhandenen Kapazitäten in der ca. 20 Quadratmeter großen Kühlkammer in absehbarer Zeit erschöpft sein würden. Es begannen die Planungen für einen Erweiterungsbau, der kostengünstig und gut gelegen sein sollte, aber auch die Archivanforderungen erfüllen musste. Dabei ergab sich der glückliche Umstand, dass das LWL-Gebäude am Hörster Platz renoviert werden sollte und noch freie Flächen im Kellergeschoss zur Verfügung standen. Dieser Standort liegt nur wenige hundert Meter vom LWL-Medienzentrum entfernt.
Hier wurde im vergangenen Jahr unter der Federführung der Westfälisch-Lippischen Vermögensverwaltungsgesellschaft vom Architekturbüro Kleffner und der Kältefirma Wallraff eine Kühlkammer mit Luftaustauscher realisiert und Ende November 2011 fertiggestellt.
Die 60 Quadratmeter große Kammer werden sich das Film- und Bildarchiv des LWL-Medienzentrums teilen. ¿Das Filmarchiv hat schon drei Viertel seiner Bestände in die neue Kühlkammer überführt, das Bildarchiv zunächst einen großen Einzelbestand, so dass die alten Kühlkammern an der Fürstenbergstraße wieder aufnahmefähig sind, aber auch die neue Kammer noch Kapazitäten für etliche Jahre vorhält¿, so Professor Dr. Markus Köster, Leiter des LWL-Medienzentrums.
Im neuen Kühlmagazin des LWL-Medienzentrums lagern die Filme unter optimalen Bedingungen.
Foto: LWL/Sagurna
Pressekontakt
Markus Fischer, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235
Der LWL im Überblick
Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 21.000 Beschäftigten für die 8,3 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 20 Krankenhäuser, 18 Museen, zwei Besucherzentren und ist einer der größten Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 125 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.
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