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17.01.12 | Kultur Einzelknochen des gestrandeten Pottwals für Sonderausstellung vorbereitet
Schulterblatt des Pottwals ist fertig mit der Präparation
Das Schulterblatt des Wals vor der Mazeration im LWL-Museum für Naturkunde.
Foto: Etzkorn, Münster
Das LWL-Museum hatte schnell reagiert, als im November vergangenen Jahres die Mitteilung kam, dass ein Pottwal tot angespült worden sei und sofort Kontakt zu den Behörden aufgenommen. Die Präparatoren und Wissenschaftler des LWL waren sich alle der seltenen Gelegenheit bewusst. Jetzt befinden sich kleine, einzelne Teile des Pottwals zur Präparation bereits im LWL-Museum für Naturkunde in Münster.
Werner Beckmann und sein Team sorgten zunächst in Münster für die Entfleischung, und Entfettung der Knochen, die leicht und klein genug für den Transport nach Münster waren oder in Gefahr standen, verloren zu gehen. Die Mazeration der Knochen startete am 23. November und erstreckte sich über mehrere Wochen. Am 29. Dezember wurde der Mazerationsprozess beendet und die Knochenteile zur Entfettung in eine 60 Grad heiße Waschmittellauge eingelegt.
Beckmann erklärt die Mazeration: ¿Zunächst wurde vor Ort die dicke Speckschicht des Wals abgetragen. Anschließend wurde der Kadaver ausgenommen und möglichst weit entfleischt. Fleischzersetzende Bakterien erledigten dann innerhalb der nächsten Wochen den Rest der Entfleischung und hinterlassen letztlich die sauberen Knochen.¿
Im Kleinen konnte Beckmann dies in Münster für das Schulterblatt, die beiden Beckenknochen und einiger weiterer Knochenfragmente der Wirbelfortsätze anwenden. Die nicht zu stark verwesten Organe (Haut, Magen, Darm) wurden in Alkohol konserviert, tiefgefroren (Hoden) oder bereits abgegossen (Auge, Penis). Der Hauptteil der Knochen blieb zur Mazeration im Meeresmuseum ¿Ozeaneum¿ in Stralsund. Von Stralsund wird das Skelett dann voraussichtlich im August nach Münster kommen.
Werner Beckmann präsentiert das frisch entnommene Auge des Wals vor der Weiterverarbeitung im LWL-Museum für Naturkunde.
Foto: Etzkorn, Münster
Beginn der Präparation im LWL-Museum für Naturkunde.
Foto: Etzkorn, Münster
Zoologischer Chefpräparator Werner Beckmann holt das Schulterblatt des Pottwals nach der Entfleischung und Entfettung aus dem Reinigungsbad.
Foto: LWL/Oblonczyk
Pressekontakt
Frank Tafertshofer, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235 und Bianca Fialla, LWL-Museum für Naturkunde, Telefon: 0251 591-6066
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