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29.03.11 | Kultur Zeit-Szenen. Zeit-Krisen.
Tagung der LWL-Literaturkommission untersucht Zeiterfahrungen der Biedermeier-Literatur
Die Tagung ¿Zeit-Szenen. Zeit-Krisen¿ beschäftigt sich mit Zeiterfahrungen in der Biedermeier-Literatur.
Repro: LWL
¿Eine der prägenden Zeiterfahrungen der Moderne und der Postmoderne ist, dass wir überhaupt keine Zeit mehr zu haben meinen, dass die Zeit unter unseren Fingern zerrinnt ¿ mit fragwürdigen Auswirkungen. Von ¿rasendem Stillstand` spricht der französische Philosoph Paul Virilio, und hat damit eine anschauliche Formel für die Verwerfungen des Beschleunigungswahns der Gegenwart geprägt. Das ist, wie man meinen könnte, aber nicht erst eine Erfahrung der globalisierten Welt: Schon vor 200 Jahren klangen die Klagen verblüffend ähnlich¿, sagt Prof. Dr. Cornelia Blasberg, Germanistin an der Universität Münster, die gemeinsam mit Dr. Jochen Grywatsch von der LWL-Literaturkommission die Tagung konzipiert hat.
Von Heine stammt das Wort von der ¿Vernichtung der Elementarbegriffe von Raum und Zeit¿, und Annette von Droste-Hülshoff schreibt ironisch-subtil: ¿Die Zeit schreitet fort. Das ist gut, wenigstens in den meisten Beziehungen. Aber wir müssen mitrennen, ohne Rücksicht auf Alter, Kränklichkeit und angeborene Apathie. Das ist mitunter sehr unbequem.¿
Im Zentrum der Forschungsbeiträge steht das literarische Werk der Annette von Droste-Hülshoff; ihre Texte werden aber im Horizont einer buchstäblich verstandenen ¿Zeit¿-Genossenschaft gelesen, deren Probleme Immermann und Heine, Freiligrath und Hebbel, Stifter, Grillparzer, Gotthelf und andere gleichermaßen betrifft.
¿In meiner Träume Zauberturm¿ ¿ musikalisch-literarische Abendveranstaltung
Unter dem Titel ¿In meiner Träume Zauberturm¿ gibt es im Rahmen der Tagung am Samstag im Festsaal des Erbdrostenhofes in Münster eine Mischung aus Konzert und Rezitation. Auf dem Programm stehen Liedkompositionen der Annette von Droste, moderne Vertonungen sowie Rezitationen ihrer Gedichte. Alle Interessierten sind zu den beiden Veranstaltungen eingeladen. Der Eintritt zur Tagung ist frei. Karten für die Abendveranstaltung am Samstag können zum Preis von 8 Euro (erm. 5 Euro) im Vorverkauf reserviert werden bei der LWL-Literaturkommission (Tel. 0251-5914681) und bei der Droste-Gesellschaft (Tel. / Fax: 02533-3109; info@droste-gesellschaft.de). Hier und auf der neuen Droste-Website der LWL-Literaturkommission (http://www.droste-portal.lwl.org) sind weitere Informationen sowie das ausführliche Programm erhältlich.
Pressekontakt
Markus Fischer, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235
Der LWL im Überblick
Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 21.000 Beschäftigten für die 8,3 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 20 Krankenhäuser, 18 Museen, zwei Besucherzentren und ist einer der größten Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 125 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.
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