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22.02.11 | Kultur Weißer Hai in Münster
Erstes Exponat für Bionik-Ausstellung im LWL-Museum für Naturkunde
Aus Österreich ist jetzt ein seltenes Exponat eines Weißen Hais für die neue Sonderausstellung ¿Bionik ¿ Patente der Natur¿ angekommen.
Foto: Seyfferth, LWL.
¿Das ursprünglich lebend 200 Kilo schwere Männchen wurde 2003 an der Küste Südafrikas tot in einem Strandschutznetz gefunden¿, erklärt Ehn. Ihre Kollegin ergänzt: ¿Präparate von Weißen Haien mit echter Haut sind sehr selten.¿ Das Museum des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) hat den Hai von dem österreichischen Präparator Ernst Hofinger aus Steyrermühl gekauft.
Das Hai-Präparat ist in dynamischer Schwimmbewegung dargestellt. In der neuen Ausstellung wird es im Bereich ¿Bewegung unter Wasser¿ zu sehen sein. Aufgrund seiner besonderen Hautoberfläche, die in jeder einzelnen Schuppe rillenartige Vertiefungen und Erhebungen (Placoidschuppen) besitzt, werden Wasserströme in geordnete Bahnen geleitet und der Strömungswiderstand reduziert. Dies macht den Weißen Hai zu einem überaus effizienten Schwimmer.
Rau statt glatt
Bis in die siebziger Jahre hinein herrschte die Meinung, dass glatte Oberflächen stets strömungsgünstiger sind als raue. Die schnellsten unter den Haien aber haben eine Hautoberfläche, die so rau ist wie Schmirgelpapier. Der Haiforscher Dr. Wolf-Ernst Reif schaute sich die Haischuppen genauer an. Er entdeckte viele kleine Rillen, Vertiefungen und Gräben auf den Schuppen, die parallel zur Wasserströmung bzw. in Strömungsrichtung verlaufen.
Flugzeuge mit ¿Haihaut¿
Welchen Nutzen hat diese Erkenntnis für den Menschen? Die Rillen (auch ¿Riblets¿ genannt) auf den Schuppen der Haihaut wurden als Vorbild für eine so genannte Ribletfolie gewählt. Wie die Haihaut-schuppen hat auch die Ribletfolie viele kleine Vertiefungen. In den neunziger Jahren wurde die Folie auf Flugzeugen angebracht und getestet. Drch die Vertiefungen in der Folie strömt die Luft geordnet an der Flugzeugoberseite entlang. Es entstehen Treibstoffeinsparungen von bis zu vier Prozent.
Der Weiße Hai (Carcharodon carcharias) ist der größte Raubfisch der Welt. Seinen Namen verdankt er der auffällig hellen Bauchfärbung. Mit seinen starken Zähnen kann er auch Menschen gefährlich werden, weshalb er auch als ¿Menschenhai¿ bezeichnet wird. Der Weiße Hai gehört zur Familie der Makrelenhaie (Lamnidae). Seine Art kommt fast weltweit vor und besiedelt bevorzugt gemäßigte Küstengewässer.
Die Ausstellung zu den zahlreichen Naturpatenten und deren Umsetzung für innovative technische Anwendungen wird ab 1. Juli im LWL-Museum für Naturkunde in Münster gezeigt.
Der Weiße Hai wird zu seiner zukünftigen Vitrine transportiert.
Foto: Oblonczyk, LWL.
Der Weiße Hai wird zu seiner zukünftigen Vitrine transportiert.
Foto: Oblonczyk, LWL.
Der Weiße Hai wird zu seiner zukünftigen Vitrine transportiert.
Foto: Oblonczyk, LWL.
Pressekontakt
Bianca Fialla, LWL-Museum für Naturkunde, Telefon: 0251 591-6066 und Frank Tafertshofer, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235
LWL-Museum für Naturkunde
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Der LWL im Überblick
Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 21.000 Beschäftigten für die 8,3 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 20 Krankenhäuser, 18 Museen, zwei Besucherzentren und ist einer der größten Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 125 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.
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