Hier: PresseMitteilungs-Detailseite
09.11.10 | Kultur Kirchen im Wandel ¿ StadtBauKultur NRW, LWL und LVR geben Buch
zur Umnutzung von Gotteshäusern heraus
Stellten das Buch "Kirchen im Wandel" im Kloster Dalheim vor: Prof. Dr. Udo Mainzer, Leiter des LVR-Amts für Denkmalpflege (v.l.) , Anne Kraft von der Landesintiative StadtBauKultur NRW , Autorin Dr. Birgit Gropp, Ulrike Rose, Leiterin der Landesinitiative StadtBauKultur NRW , Dr. Ulrich Reinke, LWL-Amt für Denkmalpflege, Autor Dr. Oliver Meys, Dr. Markus Harzenetter, Leiter des LWL-Amts für Denkmalpflege, und die Dalheimer Museumsdirektorin Dr. Julia Hallenkamp-Lumpe. Foto: LWL/Maria Tillmann
¿Nach dem Motto ¿Besser umgenutzt als vorschnell abgerissen` suchen Denkmalpfleger nach Möglichkeiten, die Kirchen mit neuem Leben zu füllen. Denn nur dann lassen sie sich auf Dauer erhalten¿, sagen Dr. Markus Harzenetter und Prof. Dr. Udo Mainzer (Leiter der Denkmalpflegeämter beim LWL und LVR) übereinstimmend. Die neue Veröffentlichung will Kirchengemeinden, die eine Kirche aufgeben müssen, Mut machen, den Weg der Umnutzung zu gehen. Deshalb sind die Beispiele auch nicht geografisch oder chronologisch sondern nach der Art der neuen Nutzung geordnet. Dabei gibt es neun Gruppen wie ¿Begräbniskirchen¿, ¿Veranstaltungsräume¿ oder ¿Wohn- und Büronutzung¿. ¿Für denkmalpflegerisch besonders bedeutende Kirchen wie etwa die katholische Pfarrkirche Heilig Kreuz in Bottrop plädieren wir für einen ¿gepflegten Leerstand`, bei dem die Kirchen in ihrem derzeitigen Zustand erhalten werden, weil eine Umnutzung hier zu viel Substanz zerstören würde¿, erklären Mainzer und Harzenetter.
Die Beispiele der gelungenen Umnutzungen reichen von der romanischen Kirche St. Johannes der Täufer aus dem 12. Jahrhundert in Euskirchen-Mechernich, die heute von der griechisch-orthodoxen Kirche genutzt wird, bis hin zu modernen Gotteshäusern wie der 1960 errichteten Bonifatiuskirche in Münster, in der seit einigen Jahren das Verlagshaus der Zei-tung ¿Kirche und Leben¿ untergebracht ist. Zu den auf je einer Doppelseite Text und Bild vorgestellten Umnutzungen gehören die reine Wohnnutzung wie in Mönchengladbach-Rheydt ebenso wie ein Gottesdienstraum mit kirchlichem Museum (Reken/Kreis Borken) bis hin zu der seit 60 Jahren leerstehenden Dorfkirche in Wassenberg-Steinkirchen/Kreis Heinsberg).
¿Weil sich das Buch auch an einen denkmalpflegerisch nicht vorgebildeten Leserkreis richtet, haben wir bewusst auf die Darstellung komplizierter Sachverhalte verzichtet und die neue Nutzung der Kirchen in den Mittelpunkt gestellt¿, so Ulrike Rose von der Landesinitiative StadtBauKultur NRW.
So neu wie es in Zeiten des demographischen Wandels oft scheint, sind diese Kirchenumnutzungen nicht: In der Zeit der Reformation und nach dem Reichsdeputationshauptschluss von 1803, der zur Aufhebung vieler Klöster führte, wurden Kirchen zu Wohnungen oder gar zu Ställen umgenutzt, wie in Lichtenau-.
Kirchen im Wandel
Veränderte Nutzung denkmalgeschützter Kirchen
Herausgegeben von der Landesinitiative StadtBauKultur NRW, dem LWL-Amt für Denkmalpflege in Westfalen und dem LVR-Amt für Denkmalpflege im Rheinland
174 Seiten, zahlreiche Fotos
Kostenloser Bezug über: Gemeinnützige Werkstätten Neuss, Schriftenversand,
Am Henselsgraben 3, 41470 Neuss, mbv@gwn-neuss.de
¿Gepflegter Leerstand¿: die ehemalige katholische Pfarrkirche Heilig Kreuz in Bottrop.
Foto:LWL
In Marl-Hüls finden Menschen heute ihre letzte Ruhestätte, wo sie früher beteten.
Foto:LWL
Kirchenumnutzungen sind kein neues Phänomen: Die Kirche des Klosters Dalheim diente nach der Säkularisierung zu Beginn des 19. Jahrhunderts als Stall, heute ist in der Anlage das LWL-Landesmuseum für Klosterkultur untergebracht.
Foto: LWL-Archiv
Pressekontakt
Elisabeth Fisch ,LWL-Landesmuseum für Klosterkultur, Telefon: 05292 931-9113 und Markus Fischer, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235
LWL-Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen
Fürstenbergstr. 15 48147 Münster Karte und RoutenplanerDer LWL im Überblick
Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 21.000 Beschäftigten für die 8,3 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 20 Krankenhäuser, 18 Museen, zwei Besucherzentren und ist einer der größten Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 125 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.
Zu allen Pressemitteilungen des LWL Zu allen Pressemitteilungen dieser LWL-Einrichtung