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08.09.10 | Kultur Seit 90 Jahren verschollene Teile des Epitaphs von Sylvester zu Büren in Pfarrkirche St. Nikolaus in Büren entdeckt
Mit einigen der Bruchstücke waren kleine Fenster im Kirchturm verschlossen worden.
Foto: LWL/Sigrist
¿Das ist schon eine kleine Sensation¿, sagten Heine-Hippler und Strohmann am Mittwoch (08.09.) als sie die Bruchstücke an ihrem Fundort vor Journalisten präsentierten. Die Bruchstücke sollen am Donnerstag geborgen und in einer Restaurierungswerkstatt gereinigt werden. ¿Dann können wir sie vermessen, fotografieren und auf Farbspuren untersuchen¿, erklärt Heine-Hippler. Danach beginnt dann das große Puzzlespiel für die Denkmalpfleger und Restauratoren. Erst danach wissen sie, ob der 117 mal 82 Zentimeter große mittlere lateinische Textteil und einer von insgesamt drei deutschen 54 mal 28 Zentimeter großen Textteilen komplett erhalten geblieben sind. Zu diesem Puzzle gibt es eine ¿Anleitung¿ in Form einer Abschrift der Texttafeln, die aus dem 19. Jahrhundert stammt.
¿Diese Abschrift der deutschen Inschrift im Sockelbereich zeigt eindeutig, dass das größte Einzelstück aus der Nikolauskirche der Anfang der Inschrift des Sylvester-Epitaphs ist. Denn der Verstorbene wird hier namentlich erwähnt¿, so Strohmann. Neben den Textteilen im mittleren und unteren Teil besteht das Epitaph aus einer Relief-Darstellung Sylvesters von Bürens auf der linken sowie des Kreuzes auf der rechten Seite und jeweils Wappenreliefs darüber. Ob weitere im Turm gefundene Bruchstücke wie Gesimsteile und andere Architekturelemente auch zum Epitaph gehören, muss noch geklärt werden. Gehören sie dazu, hatte das Epitaph ursprünglich ein anderes Aussehen als bisher gedacht.
Wann genau das Epitaph aus der Kirche entfernt wurde, ist nicht überliefert. Renovierungen in den Jahren 1861, 1885/90 oder 1922/24 könnten der Anlass gewesen sein. ¿Wir gehen davon aus, dass die Kirchengemeinde das Epitaph 1924 dem Kreis Büren für sein Kreismuseum geschenkt hat. Über die Umstände der Schenkung ist aber nichts bekannt¿, so Strohmann.
Hintergrund
Sylvester von Büren (1550 ¿ 1575) war ein jung verstorbener Spross des Geschlechts der Edelherren von Büren, die in der Herrschaft Büren landesherrliche Rechte beanspruchten. Obwohl sie sich damit gegen den Paderborner Fürstbischof als eigentlichem Territorialherren nicht durchsetzen konnten, waren sie zeitweise eine der mächtigsten Adelsfamilien der Region. An der Stelle ihrer Burg in Büren steht heute das ehemalige Kolleggebäude der Jesuiten. Diesem Orden hatte der letzte Edelherr, Moritz von Büren, 1661 seinen ganzen Besitz vermacht. Die Grablege der Edelherren befand sich in der Nikolauskirche in Büren.
Das Sylvester Epitaph im Kreismuseum Wewelsburg. Die Inschriftteile in der Mitte und unten links wurden durch Rekonstruktionen ergänzt.
Foto: LWL/Sigrist
Das größte Einzelstück, das in der Nikolauskirche gefunden wurde, mit der der deutschen Inschrift.
Foto: LWL/Sigrist
Pressekontakt
Markus Fischer, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235
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