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12.08.10 | Kultur Archäologische Indizien bekräftigen: Haltern war wohl das antike Aliso
Altertumskommission veröffentlicht neue Forschungen zu den römischen Anlagen
Band 5 ¿Haltern¿ der Reihe ¿Römerlager in Westfalen¿. Das Titelbild zeigt eine acht Zentimeter lange Maske aus Bein mit Glasaugen ¿ gefunden auf dem römischen Gräberfeld in Haltern.
Foto: LWL/S. Brentführer
War der römische Militärkomplex in Haltern tatsächlich das in der antiken Literatur beschriebene Aliso? Und damit auch der letzte Stützpunkt, den die Römer nach der Niederlage in der Varusschlacht 9 n.Chr. noch gehalten haben? ¿Die Gleichsetzung von Aliso mit Haltern durchzieht die Forschungsgeschichte dieses Römerlagers seit Beginn der Ausgrabungen vor 111 Jahren¿, erläuterte Aßkamp am Donnerstag (12.8.) vor der Presse im LWL-Römermuseum. ¿Die Details aus der schriftlichen Überlieferung passten schon immer auf Haltern. Jetzt können wir auch von archäologischer Seite die Aliso-These bekräftigen.¿ Denn laut der Schriftquellen bestand das Lager Aliso bis 16 n.Chr. fort und wurde im Winter 9/10 n.Chr. von Germanen belagert. In Haltern belegen nun unter anderem germanische Skelette aus einem Töpferofen und die Überlagerungen von Grabanlagen in der Gräberstraße, dass dieser Stützpunkt tatsächlich noch über das Jahr 9 n.Chr. hinaus mit römischen Soldaten besetzt war. Außerdem deuten nachträgliche Sperrvorrichtungen an Süd- und Osttor wie auch unmittelbar südlich des Hauptlagers geborgene Geschosse wie Schleuderbleie, Steinkugeln und dreiflügelige Pfeilspitzen auf eine Belagerung hin.
¿Wir freuen uns, einen neuen und so lange erwarteten Band in unserer Reihe ¿Römerlager in Westfalen¿ zu präsentieren. Nach den Römerlagern Kneblinghausen, Holsterhausen, Oberaden und Anreppen publizieren wir mit Haltern innerhalb von nur zwei Jahren bereits über das fünfte römische Lager¿, erklärte Dr. Vera Brieske, Geschäftsführerin der Altertumskommission für Westfalen.
Hintergrund
1899 initiierte die Altertumskommission für Westfalen die ersten wissenschaftlichen Ausgrabungen in Haltern. Die Funde erregten so großes Aufsehen in der Fachwelt, dass noch im August eine De-legation des Kaiserlichen Archäologischen Instituts weitere Ausgrabungen in die Wege leitete. Bis zum Ausbruch des 1. Weltkriegs erforschten Wissenschaftler der später so genannten ¿Archäologenschule von Haltern¿ die römischen Überreste. Schon damals wurden die Forschungsergebnisse von der Altertumskommission für Westfalen publiziert und zählen bis heute zur Grundlagenliteratur in der provinzialrömischen Archäologie.
Die neue Publikation stellt wissenschaftlich fundiert die römischen Anlagen von Haltern dar. Zahlreiche Fotos von den Ausgrabungen, Abbildungen von Funden, Rekonstruktionen und detailgenaue Pläne illustrieren das Heft. Die Reihe wurde 2008 von der Altertumskommission für Westfalen begründet und stellt alle römischen Fundorte Westfalens in Einzelheften vor. Zu beziehen ist die Schrift für vier Euro über das LWL-Römermuseum Haltern, im Buchhandel oder direkt bei der Altertumskommission für Westfalen.
Literaturhinweis:
Rudolf Aßkamp, Haltern, Stadt Haltern am See, Kreis Recklinghausen,
Römerlager in Westfalen, Band 5, Münster 2010.
44 Seiten, 32 Abbildungen, ISSN 1866-640X, UVP 4,00 Euro.
Erhältlich im LWL-Römermuseum, im Buchhandel und bei der Altertumskommission für Westfalen, An den Speichern 7, 48157 Münster,
Telefon: 0251/591-8990, Email: altertumskommission@lwl.org.
LWL-Römermuseum,
Tel. 02364 9376-0, http://www.lwl-roemermuseum-haltern.de.
Auf der Fläche des heutigen Museums, unmittelbar südlich des Hauptlagers wurden sogenannte Krähenfüße, Schleuderbleie, Steinkugeln und dreiflügelige Pfeilspitzen geborgen.
Foto: LWL/S. Brentführer.
Am 12.8.1907 ¿ vor genau 103 Jahren ¿ wurde das erste Römer-museum mit Fundstücken aus den archäologischen Ausgrabungen eröffnet.
Foto: LWL.
Dem ersten Museum, das im 2. Weltkrieg zerstört worden war, folgte 1993 ein Neubau. Der Eingangsfront des LWL-Römermuseums ist ein Spitzgraben vorgelagert, der an originaler Stelle rekonstruiert worden ist.
Foto: LWL/S. Brentführer.
Pressekontakt
Stefanie Mosch, LWL-Museum für Archäologie, Tel.: 0251 591-8921 und Alexandra Stiehl, Tel.: 0251 591-8994 und Karl G. Donath, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235
Der LWL im Überblick
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