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28.04.10 | Kultur Eigentümer hat historisches Gebäude vorbildlich renoviert
LWL zeichnet ehemaliges Offizierswohnhaus als Denkmal des Monats aus
Die Südwestfassade des ehemaligen Offizierswohnhauses, das der LWL jetzt als Denkmal des Monats ausgezeichnet hat.
Foto: LWL
¿Die hervorragende Zusammenarbeit von Besitzern, Architekten und Denkmalpflegern führte zu einem vorbildlichen Ergebnis. Denn der Eigentümer ging sehr sensibel mit der historischen Bausubstanz um¿, lobt LWL-Denkmalpflegerin Saskia Schöfer.
Der Grundriss mit Wohn-, Ess- und Kochbereich im Erdbeschoss sowie mit Schlafräumen und Bad im Obergeschoss blieb fast vollständig erhalten, gleichzeitig bietet das Haus modernen Wohnstandard. Um das zu erreichen, haben die Eigentümer die Küche in den ehemaligen Essbereich verlegt, die alte Speisekammer abgerissen und den Keller vom Eingangsbereich zugänglich gemacht. Außerdem erhielt das Haus im Keller und Dach eine Innendämmung, die Heizung, die Elektro- und Sanitärinstallationen wurden erneuert.
Die Fenster konnten zum großen Teil erhalten werden, neue Fenster und Terrassentüren wurden nach alten Vorbildern gefertigt. Der zwischenzeitlich verglaste Wintergarten wurde freigelegt und wird nun wieder wie ursprünglich geplant als Freisitz mit darüberliegendem Balkon genutzt. ¿Wie gewissenhaft der Eigentümer mit der historischen Bausubstanz umgeht, zeigen zwei Beispiele: Das alte Holzparkett wurde mit vorhandenen Reststücken ergänzt, die nicht mehr benötigte Speisenkammertür wurde als Badezimmertür umgenutzt, um das einheitliche Bild im Innenbereich zu bewahren¿, erklärt Schöfer.
Erhalten sind noch die übrigen Original-Innentüren und die verglaste, großflächige Schiebetür im Wohnbereich. Sie wurde ebenso wie die geschwungenen Handläufe der Treppe und die Holzverkleidungen des Treppengeländers lediglich weiß gestrichen. Ebenso behutsam ging der Eigentümer im Außenbereich mit der Bausubstanz um. Hier wurde der vorhandene Putz nur an einigen Stellen ausgebessert und nach vorhandenen Befunden pastellfarbig gestrichen.
¿Das ehemalige Offiziershaus besticht heute wieder in seiner schlichten Eleganz und bietet moderne Wohnverhältnisse in denkmalwerter Bausubstanz dank des Verständnisses der Eigentümer und der hervorragenden Zusammenarbeit aller Beteiligten¿, so Schöfer.
Hintergrund
Das Offziersgebäude am Walter-Bröker-Ring 21 ist eines von drei Einfamilienhäusern, die den nordwestlichen, halbrunden Abschluss des Kasinogartens in Detmold bilden. Detmold war als Standort einer Luftwaffenkaserne bis Mitte 1995 die größte Garnisonsstadt im Kreis Lippe.
Der ehemalige Fliegerhorst von 1935 wurde nach dem Zweiten Weltkrieg bis 1995 vom britischen Militär genutzt. Seitdem werden die einzelnen Gebäude privatisiert und neu genutzt.
Die Kaserne befindet sich in der ehemaligen Bauernschaft Hakedahl am nördlichen Stadtrand, etwa 1,5 Kilometer von Detmolds historischem Stadtkern entfernt. Das Gelände besteht aus einem Flugfeld sowie Mannschafts- und Offiziersunterkünften, Verwaltungsgebäuden, Flugzeughangars, Werkstätten und Sozialgebäuden. Die Anlage, die komplett unter Denkmalschutz steht, wird durch eine Hauptachse erschlossen und durch ein Straßensystem mit platzartigen Aufweitungen gegliedert.
Der geschwungene Treppenhandlauf und die Verkleidung des Treppengeländers sind gut erhalten.
Foto: LWL
Pressekontakt
Markus Fischer, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235
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