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26.03.10 | Kultur Fremde Impulse ¿ Baudenkmale im Ruhrgebiet
Ausstellungseröffnung und Projektauftakt im LWL-Industriemuseum
Mit den Zechen kamen wichtige Impulse ins Ruhrgebiet, heute entwickeln sich die alten Industrieanlage weiter wie hier die Zeche Erin, gegründet 1866 von William Thomas Mulvany, zu einem Dienstleistungszentrum (Mulvany Center).
Foto: Dietrich Hackenberg
Kirsch: ¿Es gibt hier im Ruhrgebiet viele bauliche und kulturelle Schätze, die sich im Laufe der Jahrhunderte nicht zuletzt durch Austausch mit anderen Regionen und durch den Zuzug von Menschen und Wanderungsbewegungen aus allen Gebieten Europas ergeben haben. Es sind immer wieder zahlreiche Impulse von außen in diese Region gekommen. Es waren hier zunächst fremd wirkende Ideen, Technologien, Kapital, Menschen, Gestaltungsvorstellungen und Bauweisen. Sie machen heute den Reiz aus und verleihen dem Ruhrgebiet eine ganz besondere Dichte und ein spannendes Nebeneinander von Gegensätzen¿. Dieses Projekt zeige auch, wie wichtig die Denkmalpflege sei, weil sie Geschichte vermittle und belege, so der LWL-Direktor weiter.
Insgesamt macht die Ausstellung an neun Orten Station, die einen eigenen Bezug zu den fremden Impulsen haben. Startpunkt der Wanderausstellung ist das LWL-Industriemuseum Zeche Hannover im Bochum. Als Westfälisches Landesmuseum für Industriekultur hat das Museum die Geschichte von Zuwanderung und Migration ins Zentrum seiner Arbeit gestellt. Im Rahmen der Ausstellung gibt das Museum kurze Einblicke in die Geschichte der Zuwanderung ins Ruhrgebiet.
Die weiteren Standorte der Ausstellung sind Schloss Cappenberg in Selm, das LVR-Landeshaus in Köln, das LWL-Landeshaus in Münster, der Kulturbunker in Duisburg-Bruckhausen, das Rathaus Castrop-Rauxel, Schloss Horst in Gelsenkirchen, Haus Witten in Witten und das LVR-Industriemuseum Zinkfabrik Altenberg in Oberhausen.
Kartenbox Fremde Impulse ¿ Baudenkmale im Ruhrgebiet
Pünktlich zur Ausstellungseröffnung ist die Kartenbox ¿Fremde Impulse ¿ Baudenkmale im Ruhrgebiet¿ erschienen. ¿Die praktische Box für unterwegs enthält 80 Objektkarten mit Adressen, zahlreichen Abbildungen und Kurzinformationen zu ausgewählten Baudenkmalen mit Landkarte und Begleitheft. Sie eignet sich gut für eine eigene Entdeckungstour zu den fremden Impulsen im gesamten Ruhrgebiet¿, so Projektleiterin Dr. Barbara Seifen.
Unter http://www.fremde-impulse.lwl.org finden Interessierte weitere Informationen rund um das Projekt. Dazu gehören über 150 Denkmale und zahlreiche Impulse angefangen bei den Römern über den Merkantilismus, die Franzosen und Preußen bis hin zu Zwangsarbeitern während des Zweiten Weltkrieges und den Migrationen der letzten Jahrzehnte.
Begleitband Fremde Impulse ¿ Baudenkmale im Ruhrgebiet
Weiterführende Aufsätze zu Themen der regionalen Denkmalpflege, zum Austausch des Ruhrgebietes mit seinem Umland und der Welt. Aktuelle und historische Bilder ergänzen die textlichen Informationen. Der Band erscheint zum 4. Westfälischen Tag für Denkmalpflege, der am 10. und 11. Juni auf Schloss Cappenberg stattfindet.
Hintergrund
Fremde Impulse haben das heutige Ruhrgebiet immer wieder neu bereichert, aber auch umgekehrt haben von hier aus Impulse ihren Weg in die ¿Fremde¿ genommen. In dieser Region sind auch vor der Entwicklung der Schwerindustrie schon tief greifende und den jeweiligen Zeitgenossen meist bedrohlich erscheinende Umbrüche erfolgt. ¿Solche Wechselwirkungen sind an vielen der rund 10.000 Baudenkmalen der Region ablesbar. Doch wer ist schon in der Lage, sie ohne ¿Übersetzer¿ zu lesen? Anhand ausgewählter Denkmale zeigt das Projekt die seit Jahrhunderten bestehenden Bezüge und Einflüsse zwischen dem Ruhrgebiet, seinen benachbarten Regionen und der Welt auf. Migration und Austausch, Wandel und Umbrüche waren gerade im heutigen Ruhrgebiet schon immer wesentliche Teile der Geschichte, sie sind notwendig, gehören dazu ¿ und bieten viele Chancen für Neues¿, so Seifen.
Begleitprogramm:
Donnerstag, 22.April, 20 Uhr
Vortrag: Fremde Impulse. Baudenkmale im Ruhrgebiet.
Denkmalpflegerin Dr. Barbara Seifen berichtet über Spuren von Zuwanderung und internationalem Austausch in der Baukultur des Ruhrgebiets
Donnerstag, 6.Mai, 20 Uhr:
Werkstattgespräch: Denkmalpflege im Ruhrgebiet.
Landeskonservator Dr. Markus Harzenetter diskutiert über praktische Denkmalpflege und Denkmalnutzung im Alltag.
Schon lange vor der Schwerindustrie gab es im Ruhrgebiet fremde Impulse wie beispielsweise Schloss Horst in Gelsenkirchen, eines der ersten und prachtvollsten Renaissanceschlösser im Ruhrgebiet (Baujahr 1556 - 1578) und beauftragte Künstler und Kunsthandwerker aus ganz Europa.
Foto: LWL
Das Kloster Cappenberg, 1122 gegründet, ist das erste Prämonstratenserkloster östlich des Rheins. Strenge und Schlichtheit gemäß den zisterziensichen Bauregeln, kennzeichnen noch heute den erhaltenen Kirchenbau.
Foto: LWL
Pressekontakt
Markus Fischer, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235
Der LWL im Überblick
Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 21.000 Beschäftigten für die 8,3 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 20 Krankenhäuser, 18 Museen, zwei Besucherzentren und ist einer der größten Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 125 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.
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