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09.02.10 | Kultur Levin und Louise Schücking ¿ ein prominentes Schriftstellerehepaar aus Westfalen
LWL-Literaturkommission legte zwei neue Bände vor
Levin Schücking war einer der meistgelesenen Romanautoren des 19. Jahrhunderts.
Repro: LWL
Mit der Neuherausgabe von Levin Schückings ¿Lebenserinnerungen¿, die erstmals 1886 erschienen ist, sowie mit der Übersetzung der Louise-von-Gall-Biografie des amerikanischen Germanisten Hugh Powell ergänzt die wissenschaftliche Kommission des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) einen ihrer Schwerpunkte. Die Forschungen zur Familie Schücking schließen auch Archivfunde ein.
Bereits seit 2004 verwahrt das Westfälische Literaturarchiv im LWL-Archivamt für Westfalen den Nachlass Catharina Busch-Schückings (1791-1831). Die Mutter Levin Schückings war eine nahe Freundin und das frühe Dichteridol von Annette von Droste-Hülshoff. Eine Gesamtausgabe ihrer Werke und Briefe legte die Kommission bereits 2005 vor, dazu 2008 das literarische ¿Selbstbildnis¿ eines Enkels von Levin Schücking, des Anglisten und Schriftstellers Levin Ludwig Schücking (1878-1964).
Levin Schücking wird in heutigen Literaturgeschichten meist nur noch im Zusammenhang mit Annette von Droste-Hülshoff genannt. Er war mit der Autorin eng befreundet und inspirierte sie zu zahlreichen ihrer besten Texte. Sein umfangreiches eigenes literarisches Schaffen ist dagegen kaum noch bekannt. Es umfasst unter anderem 40 Romane, 90 Erzählungen, mehrere Reisewerke sowie eine kaum überschaubare Zahl publizistischer Arbeiten.
Die Zeitgenossen lobten sein spannungsreiches, humorvolles Erzählen, der "Brockhaus" bezeichnete ihn 1883 als "Walter Scott Westfalens". Seine ¿Lebenserinnerungen zeigen exemplarisch, wie Schücking zu einem erfolgreichen Massenautor aufstieg und geben aufschlussreiche Einblicke in den Literaturmarkt seiner Zeit.
Den weltoffenen, kosmopolitischen Blick teilte seine Ehefrau Louise, deren Werk ein starkes Interesse an Politik, Wirtschaft und Technik bekundet. Sie scheute sich nicht, öffentlich für Freiheit, Gerechtigkeit und starke Frauenrechte einzutreten. Dank des Engagements der LWL-Literaturkommission liegt die erste umfangreiche Biografie über ihre Person nun in deutscher Sprache vor. Nach wechselvollen Lebensstationen bewohnten beide das von Johann Conrad Schlaun erbaute schlichte Landschlösschen Haus Schücking in Sassenberg bei Warendorf.
Levin Schücking. Lebenserinnerungen.
Reprint der Originalausgabe 1886.
Neu herausgegeben von Walter Gödden und Jochen Grywatsch.
Bielefeld: Aisthesis 2009.
ISBN 978-3-89528-760-2, 240 Seiten, kart., 24,80 EUR
Hugh Powell: Louise von Gall.
Ihre Welt und ihr Werk.
Aus dem Amerikanischen. Bielefeld: Aisthesis 2009.
ISBN 978-3-89528-762-6, 231 Seiten, kart., 24,80 EUR
Louise von Gall scheute sich nicht, für Freiheit, Gerechtigkeit und Frauenrechte einzutreten.
Repro: LWL
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Markus Fischer, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235
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