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23.06.09 | Kultur Tagung in Köln: Feuchtes Archivmaterial kam sofort nach Bergung in Trocknungsanlage
LWL half nach Einsturz des Kölner Stadtarchivs
Dr. Marcus Stumpf, Leiter des LWL-Archivamtes für Westfalen.
Foto: LWL
Die Restaurierungswerkstatt des LWL-Archivamtes in Münster ist wie bei früheren vergleichbaren Katastrophen darauf spezialisiert, bei der konservatorischen Behandlung geschädigter Archivalien zu helfen. Die Fachleute tragen dabei unter "Reinraum-Bedingungen" Verschmutzungen ab und trocknen feuchte Handschriften oder Akten mit einem Spezialverfahren.
"Es war zu befürchten, dass ein großer Teil der Akten und Urkunden unter den Schuttbergen Feuchtigkeitsschäden davongetragen hatte. Mit der sogenannten Vakuum-Gefriertrocknung können teilweise durchnässte Archivalien vor weiteren Schäden bewahrt werden", so Dr. Marcus Stumpf, Leiter des LWL-Archivamtes für Westfalen. Dazu müssen die nassen Akten zunächst eingefroren werden, zum Beispiel in Kühlhäusern.
In der Gefriertrocknungsanlage des LWL werden die gefrorenen Akten dann einem Vakuum von vier Millibar ausgesetzt. Das Eis wird dadurch sofort gasförmig und kann abgesaugt werden.
"So vermeiden wir, dass die wertvollen Dokumente verkleben und schimmeln", erläutert Stumpf. In Münster stehen drei Trockenschränke mit einer Kapazität von jeweils einem Kubikmeter und ein weiterer kleinerer zur Verfügung. Die Trocknung allein dauert je nach Umfang und Nässe der Dokumente bis zu einer Woche.
Da die Kapazitäten der Gefriertrocknungsanlage begrenzt sind, können nicht alle Akten und Dokumente sofort getrocknet werden. Der Großteil der Unterlagen wird aus diesem Grund in einem Kühlhaus im Münsterland zwischengelagert. Schon in ähnlichen Fällen wie bei den Hochwasser-Katastrophen in Ostdeutschland oder Polen vor einigen Jahren hatten die Archivexperten helfen können.
Erste Hilfe für nasse Akten: Das LWL-Archivamt hat in der Gefriertrocknungsanlage schon viele Urkunden gerettet.
Foto: LWL
Pressekontakt
Frank Tafertshofer, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235
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