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05.05.06 | Der LWL ¿Unter deutscher Besatzung - Onder Duitse bezetting¿ <br>Zweisprachige DVD erinnert an den Zweiten Weltkrieg an der Grenze<br />
Eine neue DVD erinnnert an Alltag und Schrecken der deutschen Besatzungsherrschaft in den Niederlanden.
Foto: LWL
¿In Deutschland wird noch immer viel zu wenig realisiert, wie tief und schmerzlich die Spuren sind, die die fünfjährige deutsche Besatzungszeit zwischen 1940 und 1945 in den Niederlanden hinterlassen hat¿, stellte LWL-Kulturdezernent Prof. Dr. Karl Teppe bei der Präsentation der DVD fest. Fast 230.000 Kriegstote, darunter mehr als 100.000 jüdische Niederländer, die in den deutschen Lagern ermordet worden sind, sind das Fazit dieser bitteren Jahre. Mit unübersehbaren materiellen Zerstörungen gingen auch in Aalten Raub, Entrechtung und Demütigung einher. Auch wenn es nach Kriegsende bald wieder einen Dialog über die Grenze hinweg gab, einen kleinen Grenzverkehr, der durch die gemeinsame Sprache, das ¿Platt¿, sicherlich erleichtert wurde, blieb doch über viele Jahrzehnte eine große Fremdheit zwischen den nationalen Identitäten. ¿Diese alten wechselseitgen Vorbehalte korrespondierten mit unterschiedlichen Geschichtsbildern, in denen der Nachbar nicht ¿ oder nur am Rande ¿ vorkam. Kein Diskurs, keine Zwischentöne, keine Nuancen¿, so Teppe.
Als dann in Aalten im gelderländischen Achterhoek vor einigen Jahren die Idee geboren wurde, im geschichtsträchtigen Haus ¿Markt 12¿ ein niederländisch-deutsches Museum als gemeinsamen Ort der Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg aufzubauen, griff die EUREGIO in Gronau dieses Vorhaben auf und förderte es. Ende 2004 wurde das Museum ¿Markt 12¿als grenzüberschreitender Lehr- und Lernort eingeweiht. Auf der Suche nach deutschen Partnern hatten sich die Initiatoren auch an den LWL gewandt, der dieses Projekt von Beginn an unterstützte.
Das LWL-Landesmedienzentrum erklärte sich bereit, eine zweisprachige DVD zu produzieren, die das Thema auf nachhaltige Weise in die Bildungsarbeit vermitteln soll.
Das ist in eindrucksvoller Weise gelungen. Neben einem historischen Einführungsfilm, der in alten Wochenschauaufnahmen die Zeit der Besatzung Revue passieren lässt, machen über 200 zum größten Teil bislang unveröffentlichte niederländische und deutsche Film-, Foto- und Textquellen ¿ Erinnerungen, Interviews, Zeitungsausschnitte, Plakate, Erlasse und vieles mehr ¿den Alltag des Krieges lebendig.
Besonderer Clou ist ein vertonter Comic, der die ¿große¿ Geschichte auf Aalten bezieht und so auch jüngeren Schülern einen anschaulichen Zugang zum Thema vermittelt. Der eigens für das von der EUREGIO geförderte Aalten-Projekt erstellte Comic erzählt die Geschichte des Amsterdamer Jungen Wim, der nach seiner Einberufung zum Arbeitsdienst beschließt, in Aalten unterzutauchen.
Die ganze DVD kann wahl- und wechselweise in deutscher und niederländischer Sprache genutzt werden. Also ein Medium, das es, wie der LWL-Kulturdezernent betonte, ¿in sich hat¿, das ¿Brücken schlägt und gegenläufige Geschichtsbilder nicht konfrontiert, sondern vermittelt.¿ Die kleine Silberscheibe vereinigt nicht nur die Geschichtsperspektiven der beiden Nachbarländer, sie stellt auch die Geschichte der Verwaltungen und Bürokratien den Erfahrungen der ¿kleinen Leute¿ diesseits und jenseits der Grenze gegenüber. ¿So bietet sie vor allem Jugendlichen ein multimediales und multiperspektivisches Angebot, die alte Urteile und Vorurteile in Frage stellen¿, so Prof. Dr. Alfons Kenkmann von der Villa ten Hompel. Für Lehrer stelle sie ein gleichermaßen inhaltlich und didaktisch anspruchsvolles wie leicht, flexibel und zuverlässig bedienbares Medium für den Unterricht dar.
Unter deutscher Besatzung ¿ Onder Duitse bezetting
Aalten, eine niederländische Grenzstadt 1940 ¿ 45
DVD mit historischer Filmdokumentation, 250 weiteren Dokumenten
und einem Begleitheft, Preis: 19,90 Euro
Bezug: Westfälisches Landesmedienzentrum, medienzentrum@lwl.org, Fax: 0251 591-3982
Die DVD zeigt auch, wie sich viele Menschen in den Niederlanden vor den deutschen Besatzern versteckten.
Repro: LWL
Kindliche Kriegsspiele.
Foto: LWL/Böckenhoff
Pressekontakt
Markus Fischer, Tel. 0251 591-235
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