FilmGalerie: „Das Turiner Pferd“
02.12.2026 | FilmGalerie: Herbststaffel „Neuer ungarischer Film“
Mittwoch, 02.12.2026
19:00 – 22:15 Uhr
Münster
Deutsche Kinemathek
Das Turiner Pferd (A Torinói ló)
HU/F/D/CH 2011, sw, 150 Min., O.m.d.U
Regie: Béla Tarr
Einführung: Prof. Dr. Reinhold Zwick (Regensburg)
Bei dem Turiner Pferd, so wird vermittelt, handelt es sich um jene Kreatur, die der Philosoph Friedrich Nietzsche vor der Peitsche eines wütenden Kutschers schützte. Dieser Akt geschah bevor der Philosoph zusammenbrach und der geistigen Umnachtung anheimfiel. Dass Tarrs Werk diese Anekdote voranstellt, eröffnet weite Assoziationsräume, die den Film wie einen Kommentar auf die europäische Kultur- und Philosophiegeschichte erscheinen lässt.
In atemberaubenden Schwarz-Weiß-Bildern entwirft er die Landschaft der ungarischen Puszta und darin das karge Leben eines Bauern und seiner Tochter. Ein Tag ihres Lebens gleicht dem anderen. Doch es kündigt sich ein Sturm an. Unheilvolle Zeichen lassen Angst und Ratlosigkeit wachsen. Ein legendärer, außergewöhnlicher Film, dessen Bilder lange nachwirken. Während der Berlinale 2011, bei der "Das Turiner Pferd" Weltpremiere hatte und den "Großen Preis der Jury" bekam, verkündete der ungarische Regisseur Béla Tarr, dass dies sein letzter Film.
Teil der Herbststaffel der FilmGalerie „Innovativ und widerständig – Neuer Ungarischer Film“ vom 4.11. bis 2.12.2026.
Sprache:
Deutsch
Ort:
LWL-Museum für Kunst und Kultur